Im Sommer soll
Mac OS X Lion erscheinen und die besten Sachen von iOS vom iPad bzw. iPhone auf den Mac bringen. Dass man das unter Umständen als "Poweruser" nicht will, ist wieder eine andere Geschichte!

Ich bin zumindest mit der Bedienung meines Mac relativ zufrieden und brauche, zumindest aus heutiger Sicher, keine Ordner oder Icons in Form eines Launchpad, um meine Programme zu starten. Das übernimmt in 80% der Fälle das Dock, die restlichen 20% der Files oder Dokumente öffne ich via Spotlight.
Dennoch kann man Lion recht angenehm benutzen, das Launchpad ist ja nur auf Wunsch sichtbar und auch weitere iOS-Sachen wie das inversive Scrolling kann man deaktivieren. Umgekehrtes Scrolling macht eigentlich mit der Maus keinen Sinn, mit deinem Touchpad oder halt auf dem iPad sieht das schon anders aus. Jedenfalls für mich eines der verwirrendesten Feautures in Lion.

Eine gute Sache hingegen ist das neue Mail, das deutlich an Übersichtlichkeit gewonnen hat. Generell sieht das neue Interface von Lion mit seinen eckigen Buttons sehr schick aus und ist dank Aqua weiterhin sofort als Mac OS erkennbar. Die aus iOS bekannten "overlay Scrollbars" sind in Ordnung, einen Mehrwert stellen Sie allerdings nicht wirklich dar. Schick sind die "Popovers", die vermehrt zum Einsatz kommen. Weitere Neuerungen stellt Apple auf
developer.apple.com vor.

iCal wurde auch überarbeitet und bietet nun endlich auch eine Jahresansicht. Leider sind dort offenbar aber keine Termine zu erkennen. Da wäre es schön gewesen, wenn die Tage mit Terminen irgendwie hinterlegt sind. Aber das kommt vielleicht in der Final noch. Neue Termine kann man nun im Wortlaut anlegen, so führt die Eingabe von "nächsten Montag 19:00 Essen" dazu, dass ein solcher Termin angelegt wird. Das funktionierte in ersten Tests wirklich gut und gefällt.

Versionierung bietet die Möglichkeit, auf frühere Versionen eines Dokumentes zu springen. Quasi wie Timemachine für Dokumente. Allerdings muss das Programm diese Technik unterstützen. Die Hoffnung, dass Apple hier vielleicht auf Snapshots ala ZFS oder gar ein neues Filesystem setzt, hat sich leider nicht bestätigt. Es kommt weiterhin HFS+ zum Einsatz, für die lokale Versionierung wird ein "mtfs" mit der Größe der normalen Festplatte angelegt. Ob die Sicherung bitweise funktioniert bzw. wie sie generell funktioniert, kann mit Sicherheit noch nicht gesagt werden. Das System ist aber hoffentlich effizienter als die Sparsebundle-Login von Timemachine. Im Hintergrund läuft für die Versionierung der Dienst "mtmd" bzw. "mtfs", der bisher bei
einigen Nutzern hin und wieder für volle CPU-Auslastung sorgt.
Jetzt meldet sich das System bei
uname -a nun mit "Kernel 11.0.0" und 64Bit:
Darwin Lion.local 11.0.0 Darwin Kernel Version 11.0.0: Sat Feb 19 19:29:29 PST 2011; root:xnu-1699.21.15~1/RELEASE_X86_64 x86_64
Unter Snow Leopard sieht das so aus:
Darwin mbp 10.6.0 Darwin Kernel Version 10.6.0: Wed Nov 10 18:13:17 PST 2010; root:xnu-1504.9.26~3/RELEASE_I386 i386 i386
Weitere Neuerungen in Lion, vor Allem am UI, hat Oliver von aptgetupdate.de ganz gut
zusammengefasst. Es gibt aber sicher noch viele Sachen, die man in 1-2 Testtagen auf einer virtuellen Maschine nicht mitbekommt. So kann ich auch wenig über die echte Performance sagen. Alle Systemdienste und Apple-Programme außer iTunes (!) laufen nun auch nativ im 64Bit-Modus. Dass iTunes nicht erneuert wurde ist hingegen eher schwach. Hier muss dringend mal eine Frischzellenkur her!
Als Fazit würde ich bisher sagen, Lion ist "ok". Mehr aber eigentlich auch nicht. Ein wenig mehr hatte ich mir ehrlichgesagt erhofft, vor Allem "unter der Haube". Klar, die Versionierung ist in Ordnung, Mail ist besser etc. aber irgendwie klingt das bisher nach 10.6.7 als nach 10.7. Aber bis zur Final ist ja auch ein wenig Zeit.
Auf Wunsch kann ich in der VM gern Sachen testen, die euch interessieren. Tipps oder Entdeckungen in den Kommentaren sind ebenfalls ausdrücklich erwünscht.